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Urwälder – auch als
Primärwälder bezeichnet -
machten vor tausenden Jahren
den natürlichen Bewuchs unserer
Landschaft aus. Nur Moore und Wasser
flächen waren baumfrei. Mit der immer inten-
siveren menschlichen Besiedlung veränderten
sich die Wälder durch die menschliche Nutzung, sie
wurden gerodet, teilweise wieder aufgeforstet, so dass immerhin wieder ein Viertel Niedersachsens bewaldet ist. Vom Menschen unbeeinflusste Urwälder gibt es in Mitteleuropa deshalb nicht mehr und die natürliche Waldentwicklung steht daher ganz weit oben auf der Naturschutz-Agenda mit Nationalparken und neuerdings der natürlichen Waldentwicklung ohne Eingriffe durch den Förster in zehn Prozent der Wälder der Niedersächsischen Landesforsten.
Vorausschauend und geprägt durch den neuen Blick der Romantik auf die Landschaft wurden im olden- burgischen bereits vor 150 Jahren zwei Eichen-Hute- Wälder mit damals schon mehrhunderjährigen Bäumen nicht in Hochwald überführt, sondern aus „Gründen der Pietät und der Ästhetik“ sich selbst überlassen. Als Urwälder aus zweiter Hand kann man den Neuenburger Urwald in der Gemeinde Zetel und den Urwald Hasbruch in den Gemeinden Hude/ Ganderkesee daher heute bezeichnen. Zwei weitere Eichenwälder kamen einige Jahrzehnte später hin zu: Der Urwald Herrenholz in der Gemeinde Goldenstedt
sowie der
Urwald Baumweg
in der Gemeinde
Emstek.

Umgeben von Wirt-
schaftswäldern zeigen die-
se Gebiete, wie sich die sonst
seltene Alters- und Zerfallsphase
und die Baumartenzusammensetzung
ohne menschliches Zutun entwickeln.
Gleichzeitig bieten diese Gebiete ein aus-
gesprochen intensives Walderlebnis mit beson- deren Eindrücken und Stimmungen. Allerdings darf man die Wege nicht verlassen und die Regel „Betre- ten auf eigene Gefahr“ bekommt hier einen beson- deren Sinn.
Rainer Städing, Reg. Pressesprecher
der Niedersächsischen Landesforsten in Weser-Ems