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Wir können davon ausgehen, dass Wildfleisch beim Menschen schon auf dem Speiseplan stand, als er noch nicht in der Lage war, ein Feuer anzuzünden. Das Fleisch erbeuteter Tiere sicherte das Überleben. Daneben wurden Pflanzen, Wurzeln und Früchte von den Vorläufern des homo sapiens als Nahrung genutzt, wie Funde bei Ausgrabungen belegen. Bewiesen ist aus archäologischen Fun- den auch, dass auch große Tiere wie Mammuts, Waldelefanten, Wollnashörner und Riesenhirsche mit primitiven Jagdmethoden gefangen und getötet wurden, um an Fleisch zu gelangen, was roh verzehrt wurde und erst mit dem Feuer kamen dann weitere Zubereitungsmöglichkeiten hinzu. Knochen und Felle der erbeuteten Tiere dienten als Werkzeuge und Kleidung und waren ebenfalls überlebenswichtig.

Als der Mensch sesshaft wurde, Landwirtschaft betrieb und Tiere, zunächst wohl Hunde, Schafe und Ziegen domestizierte, verlor das Wild als Nahrungsmittel mehr und mehr an Bedeutung. Auch dürfte der Zeitaufwand, der beim massenhaften Trieb von Wildtieren entstand oder auch der direkte gefährliche Kampf mit einer Kreatur dazu beigetragen haben, dass Wildfleisch immer weniger auf dem Speisezettel stand.
Durch die rasch voranschreitende Zivilisation, insbesondere durch die Abholzung der Urwälder, wurden die Lebensräume der Wildtiere immer weniger und mit der Abnahme ihrer Zahl stieg der Wert des Wildfleisches. In den Hochkulturen der Ägypter, Römer und Griechen wurde Wildbret bei feierlichen und besonderen Anlässen dargeboten und es war dann nur noch ein kleiner Schritt, dass die Jagd ein Privileg der Herrschenden wurde.

Bereits um 500 nach Christi wurde in unserer Heimat das allgemeine Jagdrecht immer weiter eingeschränkt. Der Adel belegte die wildreichsten Wälder mit einem Jagdverbot und die sogenannten „Bannforsten“ wurde zudem streng bewacht, um der Wilderei Herr zu werden. Karl der Große erklärte zu seiner Zeit alle herrenlosen Wälder zum Eigentum der Krone und führte gleichzeitig den „Wilddiebstahl“ ein, was bei überführten Wilddieben zu konsequenter Verfolgung und zu hohen Strafen führte.

Im 16. und 17. Jahrhundert erreichte die höfische Jagdkultur ihren Höhepunkt. Bekannt sind uns aus dieser Zeit die großen und prächtig ausgestatteten Jagdschlösser. Der Hochadel jagte dabei auf das „Hochwild“, während dem niederen Adel das „Niederwild“ vorbehalten war.